Windows 10 Updates, horror

(to be translated yet...) August 2017, mein Windows 10 Pro mag das Upgrade auf "Creators Update" nicht mehr länger zurückhalten. Mein Internet-Provider schafft gerade mal ~10MBit an meinem Anschluss. Und Windows "intelligenter" Background-Downloader schlägt zu. Über 9MBit genehmigt er sich für den Download, der ja im Prinzip eine komplette Neuinstallation ist. Ich will aber Flightgear herunterladen. Die "Intelligenz" scheint nicht wirklich zu existieren, *mein* Download soll über 3 Stunden dauern. Hallo??? Das ist eine Useraktion, der Hintergrund-Download soll angeblich nur "ungenutzte" Netzwerk-Kapazitäten nutzen. Stattdessen blockiert er mich und *ich* darf Reste nutzen. Oder habe ich das mit den ungenutzten Kapazitäten falsch herum verstanden?
Ich breche den Download von Flightgear ab. Macht keinen Sinn, ich warte nicht mehr als 3h für etwas, was normalerweise 25 Minuten braucht. Wird halt verschoben.

Ok, zocken wir halt mal n bisschen. FG war schon deinstalliert, nehmen wir halt etwas, was da ist. GTA V. Bis auf die Anmeldung im Big Brother von GTA (euphemistisch "Social Club" genannt) ist das ja ohne grossen Netzwerk-Traffic möglich. Tja, da habe ich die Rechnung ohne Microsoft gemacht. Die automatische Anmeldung läuft schief. Ich solle bitte das Passwort neu eingeben, neuerdings muss man auch gleich noch ein Captcha überwinden. Das Passwort stimmt (KeePass lügt nicht), das Captcha ist nicht sonderlich herausfordernd aber ich komme trotzdem nicht rein. VIELEN DANK, Microsoft.

Ich fange an nach einer Lösung zu suchen. Anhalten oder pausieren ist zumindest in der GUI nicht vorgesehen. Abschiessen des Update-Diensts via Taskmanager bringt gar nichts. Der Download läuft ungerührt weiter. Links im Suchergebnis verweisen auf den Gruppenrichtlinien-Editor. Mit etwas Phantasie bekommt man die englischen Angaben auf die deutsche Anzeige gemappt. Ich stelle eine Begrenzung ein, prüfe die Uhrzeit, damit sie auch greift. Einmal "Übernehmen" anklicken. Aufatmen? Nööö, der Download läuft ungerührt weiter. WTF?!?! Wirkt wohl nur wenn es vor Beginn eingestellt ist. Die "Intelligenz" des betreffenden Service ist wohl ungefähr auf dem Niveau eines Feldsteins anzusiedeln.

Ich greife zu radikalen Massnahmen. Zunächst mal den Netzwerk-Stecker ziehen. Die Hoffnung: das Teil bleibt stecken und fängt nicht sofort wieder an wenn die Verbindung wieder da ist. Eine naive Annahme, aber manchmal sind solche Merkwürdigkeiten real und man kann sie nutzen. Nicht in diesem Fall. Der Download geht weiter. Ich fahre die Maschine herunter und starte neu. Die kleineren Aktualisierungen, die er immerhin VOR dem grossen Paket heruntergeladen hatte, werden eingespielt/installiert. Ich melde mich neu an und...
der Download des grossen Pakets FÄNGT BEI 0% NEU AN!!! OMG, ich glaube es nicht. Aber da auf dem Schirm steht unmissverständlich der Download der Version 1703 bei 0%.

Ich gebe auf. Jetzt lasse ich ihn laufen. Soll er das Teil doch runterladen. Wenn es da ist (evtl. muss ich ja mal in der Nacht auf dem WC vorbei) kann ich ihm sagen, er soll neu starten und gut ists.
Schön wäre natürlich, wenn man die Chance hätte, ihm die Info nachträglich mitgeben zu können, dass er alle notwendigen Reboots durchführen darf und zum Schluss die Kiste einfach runterfährt. Aber was manche Software seit Jahren eingebaut hat, kommt dem Anbieter des verbreitetsten Desktop-OS nicht in den Sinn. Statt dessen muss man nach dem Reboot erstmal einen - unvollständigen!!! - Fragenkatalog zum Thema Privatsphäre abnicken, bevor die eigentliche Installation losgeht. Wieso werden da nicht einfach die bisherigen Werte übernommen? Ja, ich weiss, vielleicht überlegt man sich das ja doch, wenn man so nett gefragt wird oder hat es zu eilig und klickt einfach "ja, mach endlich". *Ich* finde das einfach nur nervig. Einer der Gründe, warum Windows bei mir nur noch Zweitsystem ist.
Und nein, ich habe NICHT vergessen, nach der fertigen Installation nochmal durch ALLE Einstellungen zu gehen, um die von Microsoft auf dem ersten Schirm "vergessenen" Privatsphären-Einträge auch auf den richtigen Wert anzupassen.
Was noch fehlt, ist die obligatorische Müllabfuhr-Tour im Startmenü, um neben all der ungewollten Bloatware die eigenen Programme noch finden zu können. In "Programme und Features" hab ichs gemacht, aber da gibts ja noch so einiges, das in der zentralen Liste unterschlagen wird. Und mancher Schrott, den man heutzutage gar nicht mehr braucht, der aber fest ins OS reingenagelt ist, Stichwort Flashplayer...

Die Möglichkeiten, vor dem Reboot des Rechners (der Zeitpunkt "radikale Massnahmen" oben) die Optionen für die Windows-Updates umzustellen und sie Updates ganz auszusetzen, existieren natürlich. Und ich habe überlegt, das so zu machen. Aber ernsthaft: dann muss man wieder daran denken, sie auf den gewollten Stand zurück zu biegen um nicht Gefahr zu laufen, künftig (Security-)Updates zu verpassen. Das kanns einfach nicht sein. Microsoft, macht endlich eure Hausaufgaben. Ihr baut Feature um Feature ein, aber die Basics, die man im 3. Jahrtausend von einem OS erwarten darf, sind nicht umgesetzt. Ist das Unvermögen? Mag ich nicht glauben, ihr habt absolut fähige Leute. Aber lasst sie bitte auch mal an dem arbeiten, was wirklich nützlich ist. Für ALLE, nicht nur Gamer wie in diesem Fall mit dem Spielemodus.