RaspberryPi mSATA statt SD-Karte

Mai 2018

Ich betreibe einen RasPi 3, auf dem eine openHAB-Installation läuft. Die gesamte Installation ist, soweit möglich, auf sparsame Schreibzugriffe konfiguriert. So ganz ohne Logdateien geht es natürlich nicht. Ab und an ändert man etwas und braucht Informationen zur Fehlersuche. Eingerichtet hatte ich das - wie wohl die allermeisten anderen auch - mit einer SD-Karte, von der der RasPi startet. Nach knapp 2 Jahren gab es nicht nachvollziehbare Aussetzer, der RasPi musste öfter mal neu gestartet werden. Das Problem ist nicht unbekannt, wie zahlreiche Hinweise im Net zeigen. Einfach mit einer neuen SD-Karte neu aufsetzen? Nein ;-)

SD-Karten sind nicht für sehr viele Schreibzyklen ausgelegt. Jedenfalls sind sie nicht das ideale Speichermedium, um ein Betriebssystem und Applikationen dauerhaft darauf laufen zu lassen. Ich hätte also immer mal wieder eine neue SD-Karte gebraucht. Und Zeit investieren müssen, um alles wieder neu einzurichten. Oder in Kauf nehmen müssen, dass ich bei einer 1:1-Kopie der bisherigen SD-Karte u.U. fehlerhafte Dateien mitnehme. Es gibt eine andere Möglichkeit: die neueren RasPis können über ein Laufwerk an ihrem USB-Port starten! D.h. also, dass man ein "richtiges" Laufwerk (Magnetplatte oder SSD z.B.) oder auch einen USB-Stick zum Betrieb nutzen kann (Einschränkungen im Originalartikel beachten!).

Den Originalartikel zum Thema gibt es hier. Da sind alle Schritte beschrieben, um ein startbares Laufwerk oder einen USB-Stick zu erstellen.

Ich habe mich für eine andere Variante entschieden: eine mSATA.
  • niedriger Stromverbrauch
  • schnell (wird durch den geringen Durchsatz am USB-Port begrenzt)
  • klein
  • unempfindlich gegen Stösse (anders als eine Magnetplatte)
  • ähnlich wie eine SSD besser für Schreiboperationen gebaut als eine SD-Karte


Benötigt werden 3 Teile: eine mSATA, ein USB-nach-mSATA-Konverter und ein USB-Kabel zum Anschluss des Konverters an den RasPi. Die mSATA wird auf dem Konverter aufgesteckt und festgeschraubt. In diesem Zustand kann dann die Kombination wie eine SD-Karte im Card-Reader mit dem USB-Kabel an einen PC angeschlossen und mit den notwendigen Daten versehen werden (also OS drauf kopieren).
Anschliessend wird die Kombination dann auf dem RasPi mit den beim Konverter mitgelieferten Abstandsbolzen auf dem RasPi festgeschraubt. Dann noch das USB-Kabel dran und fertig.

Die Grösse der mSATA richtet sich nach dem eigenen Bedarf, Minimum ist das selbe wie bei SD-Karten. Ggf. darauf achten, dass die ausgewählte Grösse auch vom mSATA-Konverter unterstützt wird!

Bei mir läuft folgende Kombination seit 2 Monaten ohne Probleme (Bild anklicken zum Vergrössern):

mSATA Konverter

mSATA Disk

Ein netter Nebeneffekt: der RasPi ist schneller als vorher, da er bei mir eher durch Schreiboperationen als durch CPU-Kapazität ausgebremst wurde.