kioslave5 Masseneinträge in messages-Datei unterdrücken unter Linux

Oktober 2022

In der messages-Datei eines meiner Rechner habe ich massenhafte Einträge eines Programms "kioslave5" vorgefunden, die die lesenswerten Anteile der Datei zumüllen. Da entsteht zu viel Wald als dass man einzelne Bäume erkennen könnte. Sieht dann in etwa so aus:

2022-10-16T16:41:29.835483+02:00 test kioslave5[27139]: "UnityPlayer_s.debug"
2022-10-16T16:41:29.835512+02:00 test kioslave5[27139]: arcType:  "zip"
2022-10-16T16:41:29.835538+02:00 test kioslave5[27139]: "unzip"
2022-10-16T16:41:29.835604+02:00 test kioslave5[27139]: message repeated 3 times: [ "unzip"]
2022-10-16T16:41:29.835624+02:00 test kioslave5[27139]: "zip"
2022-10-16T16:41:29.835651+02:00 test kioslave5[27139]: "zip"
2022-10-16T16:41:29.835672+02:00 test kioslave5[27139]: "7za"
2022-10-16T16:41:29.835697+02:00 test kioslave5[27139]: "7za"
2022-10-16T16:41:29.835717+02:00 test kioslave5[27139]: Encrypted:  false
2022-10-16T16:41:29.835741+02:00 test kioslave5[27139]: "UnityPlayer_s.debug"
Und das dann für jede einzelne Datei eines ZIP-Files z.B. :-/

KIOSLAVE implementiert ein virtuelles Filesystem, mit dem KDE-basierte Programme (Dolphin, Krusader...) dann auf Dateien und ihre Inhalte zugreifen können. In diesem Fall Archivdateien im ZIP-Format. Die in der Datei /var/log/messages eingetragenen Meldungen sind nichts anderes als DEBUG-Infos. Und die kann man abschalten :-)

Die einfachste Variante, um die Meldungen zu unterdrücken - und damit die messages-Datei wieder etwas übersichtlicher zu bekommen - besteht darin, alle Debug-Nachrichten aus dem KDE-Framework zu unterdrücken. Im Normalbetrieb eines Rechners benötigt man die nicht und Entwickler (oder User, die zum einsenden von logs aufgefordert werden wenn sie einen Bug melden) werden wissen, wo sie hingreifen müssen, um die Meldungen wieder zu aktivieren.

Der Weg, den ich hier aufzeige ist quasi die "Brechstange". Vermutlich gibt es auch einen spezifischeren Eintrag, den man verwenden kann, um gezielt kioslave5-Einträge zu unterdrücken. Ich habe aber keine Zeit aufgewendet, um das herauszufinden.

Eine Konfigurationsdatei für KDE-Logs habe ich nicht finden können, es gibt aber eine kleine GUI dafür. Die in openSUSE standardmässig nicht installiert ist. Also als ersten Schritt das Paket "kdebugsettings" installieren. Das ruft man dann in einer Shell auf. Initial bekommt man im Reiter "KDE Application" programmspezifische Einstellungen angezeigt. Der Eintrag "KIO filter" steht auf "Full Debug", ob es der gesuchte spezifische Eintrag ist wurde nicht geprüft. Ich bin zum Reiter "Custom Rules" gewechselt und habe dort mit dem "ADD"-Button eine neue Regel definiert:

Solange man den Haken bei "Enable" nicht setzt, wird die Regel auf "false" gesetzt. Da das der gewollte Zustand ist, den Dialog einfach mit "OK" bestätigen. In der Liste sollte nun eine Zeile mit dem Inhalt "*=false" stehen. Wenn keine Log-Kategorie wie WARN oder INFO im Eintrag steht, ist FULLDEBUG gemeint. Die Regel unterdrückt also ALLE Debug-Logs von KDE.

Hinweise: die Einstellungen gelten NICHT systemweit, sie müssen für jeden einzelnen User gesetzt werden. Und sie gelten erst, nachdem der betreffende User sich neu eingeloggt hat. Um wirksam zu werden, also einmal ab- und neu anmelden.