FritzBox Lösung sporadischer DNS-Probleme

September 2021

Ich habe die letzten 1,5 Jahre ab und an Probleme mit der Namensauflösung gehabt, die dann nach mehreren Minuten darin gipfelten, dass die verwendete Fritzbox 6490 den Internet-Connect mit ihrer Gegenstelle komplett neu aufgebaut hat. Das Problem trat zunächst sporadisch auf, häufte sich dann aber nach einer Weile. Wenn das dann mehrfach am Abend bis hin zu alle Viertelstunde passiert, ist so ein Internetzugang nicht mehr wirklich nutzbar.

Anfangs ging ich von einem Problem beim ISP aus. Allerdings gab es keinerlei Hinweise auf grössere Ausfälle auf entsprechenden Seiten, insbesondere auch beim ISP selbst nicht. Eine Änderung der eingetragenen DNS-Server hatte keinerlei Einfluss auf das Problem. Dass die Namensauflösung (scheinbar) zuerst betroffen war wurde wohl vom Caching des Browsers suggeriert, der lieferte noch Seiten aus, nur keine, die ich vorher nicht schon angesurft hatte.

Eine Suche im Internet ergab nichts wirklich brauchbares. Der ein oder andere Foreneintrag handelte zwar auch von Wärmeproblemen der Fritzbox, allerdings betrieb ich meine FB an der Wand hängend und nicht in einer Schublade oder sonstwie von kühlender Luft abgeschnitten (auf was für Ideen manche Leute kommen, grotesk...). Nun bietet die FB gar eine Temperaturanzeige auf ihrer Konfigurationsseite an. Alles im grünen Bereich sollte man meinen: oben, jenseits der 100-Grad-Linie, ein roter Strich als Maximaltemperatur. Meine CPU-Temperatur ganz weit unten, kaum über der 40-Grad-Linie, also massig Abstand.

FritzBox-Wandmontage

Irgendwann fiel mir dann eine Korrelation auf: an Tagen mit höheren Temperaturen waren die Ausfälle häufiger. Insbesondere wenn auch noch Last jenseits von "ein bisschen surfen" dazu kam. Mal eben ein Spiele-Update im GB-Bereich dazu und das wars dann. Sollte es vielleicht doch ein schnödes Wäremproblem sein?!?! Ich habe die FB dann mal aufgemacht, die Garantie war eh abgelaufen. Das Design im Inneren der FB ist aus Sicht der Kühlung, hmm, suboptimal. Ja, es gibt Lüftungsschlitze, allerdings ist über dem grossen Kühlkörper - genau da, wo die grösste Wärmemenge rausströmen will - das transparente Plastikteil verbaut, das das Licht der HINTER der Platine sitzenden LEDs nach vorne umleitet. Und das Teil steht damit dem Luftstrom im Weg, die warme Luft muss grossteils aussen herum strömen um die wenigen oben existierenden Schlitze zu erreichen um aus dem Gehäuse raus zu kommen.

Neben der Wandmontage wurde in Foren auch geraten, die FB mit Abstand zu einer darunter liegenden Fläche zu betreiben um den Luftstrom zu optimieren. Das bezog sich auf waagerechten Betrieb. Ich habe das mal so umgesetzt, dass ich die FB auf 2 an der Wand angebrachte Winkel gestellt habe. Kein durchschlagender Erfolg, die Ausfälle blieben genauso häufig.

FritzBox-Wandmontage

Der nächste Versuch war dann wieder die hängende Variante, allerdings habe ich den Deckel nicht ganz aufgesetzt sondern Abstand gelassen zwischen Deckel und dem Rest der FritzBox. Damit konnte unten deutlich mehr Luft einströmen und oben ging sie ungehindert raus. DAS hat die Situation verbessert. Also doch ein Wärmeproblem. Obwohl die interne Temperaturanzeige noch viel Abstand bis zur imaginären roten Zone suggeriert hat. Die Probleme traten in einem Bereich auf, der in etwa bei 55-60 Grad zu vermuten war. Die merkwürdig gespreizte Darstellung von AVM in der Anzeige lässt leider keine genauen Ablesungen zu.

FritzBox-Wandmontage

Ich habe die FB eine zeitlang in dieser Situation mit "losem" Deckel belassen. Für Haushalte mit neugierigen Haustieren oder Kindern ist das nicht umsetzbar, bei mir kein Problem. Und dann kam die einzige richtige Hitzewelle dieses Jahr im Juni und ich habe wieder Probleme bekommen. Ein Versuch war angesagt: in der Grabbelkiste hatte ich noch aus älteren PCs 12-Volt-Lüfter ohne Drehzahl-Signal rumliegen. Und ein Uralt-USB-Kabel aus längst vergangenen USB-1.1-Zeiten lag auch noch rum. Ein erster Test war, ob der Lüfter mit 5 Volt stabil anläuft. Test bestanden, er lief, und zwar sehr leise. Logischerweise nicht mit vollem Windstrom wie bei 12 Volt Nennspannung, aber darauf kam es ja garnicht an. Das Lüfterkabel habe ich an die Spannungs-Leitungen des USB-Kabels gelötet und mit etwas rumliegendem Draht eine provisorische Halterung gebaut, mit der der Lüfter von schräg unten auf den grossen Kühlkörper bläst. Die schräge Montage ist nicht ideal für die Lager des Lüfters, Dauerbetrieb sollte so nicht gehen, aber es sollte ja auch nur ein Test sein. Und der war ein voller Erfolg: mit dem Lüfter ging die Temperatur des Kühlkörpers deutlich zurück. Statt fast Finger verbrennend heiss wurde er nun nurmehr lauwarm. In der Temperaturanzeige der FritzBox selbst sind keine Zacken oberhalb der 40-Grad-Linie mehr zu sehen, auch nicht bei erhöhter Last. Und seitdem habe ich keinen Aussetzer mehr gehabt!

FritzBox-Lüftertest

Im folgenden Bild (Detaildarstellung: auf das Bild klicken) sieht man die FB nachts ohne Lüfter und ohne Last. Die Temperatur steigt auf über 40 Grad. Tagsüber lief bei normalem Surfbetrieb der Lüfter, die Temperatur lag unter 40 Grad. Nach 17 Uhr habe ich den laufenden Lüfter abgeschaltet, die Temperatur stieg signifikant an. Ab ca. 18:15 Uhr habe ich dann das WLAN angeschaltet und ein paar Downloads gestartet. Im oberen Teil sieht man die gestiegende CPU-Last, unten die erhöhte Temperatur. Ca. 18:40 Uhr habe ich den Lüfter wieder angeschaltet und schlagartig geht die Temperatur - bei gleichbleibender CPU-Last - auf unter 40 Grad zurück. Den Punkt eines Ausfalls konnte ich nicht nachstellen, dazu ist es heute wohl zu kühl ;-)

FritzBox-Wärmeproblem

Anfangs bekam der Lüfter seinen Strom aus der Fritzbox selbst, das ständige An- und Abstöpseln umging ich dann damit, dass der Lüfter seinen Strom aus dem PC bekam. Solange der nicht lief (nur dann hatte ich ja Bedarf), lief der Lüfter auch nicht. Ich überlege nun, wie ich eine dauerhafte und optisch bessere Lösung baue. Kleinerer Lüfter direkt in den Deckel der FB integriert z.B., dafür gibts Videoanleitungen im Netz. Für mich war im ersten Schritt wichtig, die Ursache der Ausfälle zu identifizieren, und dieses Ziel habe ich erreicht.