Eurotronic Comet Z-Wave Netzteil-Betrieb und Batterietest

Eurotronix Comet Z-Wave

September 2017, ergänzt Januar 2018

In meiner openHAB-Installation tun inzwischen 4 Eurotronic Comet Z-Wave Heizkörperthermostate ihren Dienst, nachdem der Test einer Danfoss LC13-Variante von POPP negativ verlief. In der vergangenen Heizperiode 2016/2017 wurden diese mit verschiedenen Batterien unterschiedlicher Hersteller betrieben. Mit durchwachsenen Ergebnissen, was die Lebensdauer der Batterien anging. Die längste Zeit hielt ein Set mit ca. 3,5 Monaten durch. Also eher enttäuschend.

Netzteilbetrieb:

Um nicht dauernd Batterien nachkaufen zu müssen, hatte ich dann im Sommer 2017 eine Umrüstung auf Netzteilbetrieb unternommen. Zum einen der Kosten wegen, zum anderen um keine Ausfälle im Heizbetrieb zu erleben. Die Anzeige der Batterie-Restkapazität hatte sich nämlich auch als so ungenau herausgestellt, dass man basierend darauf keine Planung für den Nachkauf von Batterien vornehmen kann. Die Batterien sollte man tunlichst schon im Schrank liegen haben. Ok, Alkaline-Batterien haben üblicherweise keine soooo grosse Selbstentladung, aber eigentlich will man ja beim Batteriewechsel etwas frisches einsetzen.

Benötigt werden 3 Volt, Netzteile mit entsprechender Ausgangsspannung gibts auch, der Nennstrom dieser Netzteile reicht allemal. Einziger Knackpunkt (dachte ich), ist der Anschluss. Die Thermostate sind ja für reinen Batteriebetrieb ausgelegt, einen Anschluss für einen der üblichen Netzteil-Stecker gibt es nicht. Im Baumarkt gibt es aber Rundhölzer, deren Durchmesser ziemlich genau zum Durchmesser der Batterien passt. Entsprechend abgelängt und an den richtigen Stellen mit Schrauben bzw. Reißnägeln samt daran gelöteten Kabeln versehen, waren mit etwas Aufwand Adapter gebaut, die statt der Batterien im Batteriefach gelandet sind. Und anfangs lief das auch richtig gut. Die Thermostate hatten dauerhaft 100% Batteriekapazität gemeldet, sie haben auf die Steuerkommandos reagiert, alles bestens. Die nächste Heizperiode konnte kommen.

Es war einer der Tage im Sommer 2017, an denen eine Hitzewelle etwas nachgelassen hatte. Die Fenster standen offen, um die Wohnung wieder etwas runter zu kühlen, draussen war es kühler als drinnen: innen 28 Grad, draussen um die 24 Grad. Meinereiner kommt heim und läuft hinter der Wohnungstür gegen eine (Wärme-)Wand. Ein Blick aufs Thermometer, 30 Grad. ?!?!?! Der Heizkörper im Wohnzimmer bollerte ohne Ende (ja, der Vermieter hat NICHT auf Sommerbetrieb umgestellt, sowas gibts tatsächlich). Ich schaue mir die Sache an und finde den Thermostaten mit einer Anzeige "INST" vor. Das passiert nach einem Stromausfall, üblicherweise bei diesen Geräten also einem Batteriewechsel. Dann fährt das Thermostat komplett auf, um am Ventil angeschraubt werden zu können. Wenn das passiert ist, muss der kleine versteckte Knopf im Batteriefach gedrückt werden, damit der Thermostat den Ventilhub ermittelt und sich darauf einstellt ("ADAP" in der Anzeige). Das Dumme daran: dieser Modus kennt keinen Timeout. Und bleibt so lange im "INST"-Zustand, bis wirklich jemand den Knopf drückt. Und so lange wird letztlich "volle Pulle" geheizt. In dem Fall offenbar schon etwas länger, wie die Raumtemperatur (trotz offenem Fenster!) bewiesen hat. Mist.

Ok, vielleicht ein einmaliger Aussetzer? Nein, nicht wirklich. Wochen später waren es 3 (von 4) Thermostaten, die unnötig geheizt hatten, weil sie eine Stromunterbrechung wahrgenommen haben. Damit waren die Netzteile erstmal ausser Betrieb. Ich habe bislang noch keine Idee, was diese Ausfälle verursacht haben könnte. Einen echten Stromausfall gab es definitiv nicht, das hätte sich auch bei anderen Geräten bemerkbar machen müssen. Ggf. ist der von den Netzteilen gelieferte "Saft" nicht sauber genug gefiltert und die Elektronik der Thermostate wird durch Brummen auf der Versorgungsspannung oder über die Kabel eingefangene HF-Einstreuungen irritiert. Gebaut sind sie nicht für eine derartige Stromversorgung und Batterien haben derartige Probleme nicht. Von daher in aller Deutlichkeit: den Hersteller trifft hier definitiv KEINE Schuld. (Wobei es natürlich Klasse wäre, hätte der Hersteller eine Versorgung über Netzteile vorgesehen und die notwendigen Vorkehrungen wie Buchse, Filterung und Software-Vorkehrungen getroffen. Oder ersatzweise Akkubetrieb statt Batterien. Nun, man wird ja mal träumen dürfen...?)

Batterietest, Heizperiode 2017/2018:

Da die nächste Heizperiode anstand (richtig eröffnet habe ich sie am 7.9., nachdem ich bei 19 Grad im Wohnzimmer sass) und Netzbetrieb - vorerst zumindest - zu unzuverlässig war, mussten doch wieder Batterien her. Statt wahllos ins Regal zu greifen (solange ALKALINE drauf stand), sollte es nun eine Testreihe werden. So richtig mit Aufzeichnung und sicher gehen, dass ich keine abgelagerte Ware nutze. Here we go:

Gekauft wurden VARTA Alkaline "High Energy". "10 Years Power in Storage" steht auf der Verpackung und auf den Batteriezellen selbst steht ein "best before 12/2027". Also frische Ware. Beste Voraussetzungen, der Test kann starten. Die wegen des Netzbetriebs aus der Übersicht genommenen Batterie-Anzeigen der Thermostate wurden wieder aktiviert, eine neue Gruppe nur für die Thermostate wurde eingerichtet, damit das in einem eigenen Chart verfolgt werden kann. Alle 4 Thermostate wurden am 4.9.2017 mit den frischen Batterien versorgt, anschliessend haben in openHAB alle Thermostate die erwarteten 100% Batteriekapazität gemeldet.

Eine erste Merkwürdigkeit: 3 Tage nach dem Einsetzen der Batterien bricht die angezeigte Kapazität des Bad-Thermostaten ein. Und zwar bis unter 20%:

Sie erholt sich zwar leicht, aber irgendwie passt das gar nicht. Eine Erklärung wäre vielleicht, dass durch viel Feuchtigkeit in der Luft (wir reden hier vom BAD, da kann das schon mal durch die normale Nutzung vorkommen) eine Fehlmessung vorkam. Kriechströme auf der Platine etc. Aber eigentlich würde man ja erwarten, dass ein Hersteller von Heizkörperthermostaten diese auch für eine Nutzung in einem Feuchtraum (wie z.B. einem Badezimmer) vorbereitet und entsprechend schützt. In der Anleitung wird zum Betriebsumfeld lediglich ein Temperaturbereich von 0 bis 50 Grad Celsius angegeben. Eine Angabe zur zulässigen Feuchtigkeit fehlt. Dass man das aber in einem Bad betreiben darf, sollte man eigentlich voraussetzen dürfen. Sehr merkwürdig.

So nebenbei: das Setup entspricht eigentlich dem in der Heizperiode 2016/2017 zur Zufriedenheit genutzten Zustand. Mit dem Unterschied, dass nun openHAB 2.1 genutzt wird statt openHAB 1.8 (kein Kompatibilitätsmodus, reines openHAB 2.1!). Die Heizungen haben aber nicht wie gewohnt geregelt. In der Steuerung musste auf "Sparen" umgestellt werden, um zu heizen und auf "Heizen", um die Spartemperatur zu nutzen. Da ist irgendwo in den Tiefen der Gerätesteuerung etwas vertauscht. Eine Kontrolle der (von HABmin erzeugten) Items und der Events in den Logs hat bzgl. der Modus-Regelung und der Zuordnung der Items keine Vertauschung ergeben. Da stimmen die Bezeichnungen und die zugeordneten Items, aber irgendwo "unten drunter" sind "setpoint heating" und "setpoint furnace" vertauscht. Man muss also die Spartemeratur als den höheren Heiz-Sollpunkt vorgeben und umgekehrt die Heiztemperatur als Vorgabe für die Nachtabsenkung vorsehen. (Nachtrag Februar 2018: vermutlich war in openHAB 1.8 die Vertauschung und nun stimmt es. Habe entsprechend die Zuordnungen getauscht und gut ist.)

Batterietest, Abschluss im Januar 2018:

Der Batterietest ist beendet. Hier die Aufzeichnungen der Batteriekapazitäten vom September 2017 bis Januar 2018:

Die Buchstaben auf der Zeitachse sind folgenden Ereignissen zugeordnet:

  • A     4.9.2017: Entfernen der Netzteile, Versorgung aller Thermostate mit frischen Varta-Batterien
  • B     8.9.2017: Bad sackt auf 18% ab und erholt sich nach "Installation" auf 25%.
  • C     19.9. abends: ca. 1h ist die Zentrale offline (Shutdown nach Updates und dann vergessener Reboot)
    Wohnen auf 50% abgesackt, auf 62% erholt
    Schlafen auf 5% abgesackt, auf 18% erholt
    Küche auf 2% abgesackt, auf 17% erholt
    Bad zunächst unbeeindruckt, aber 1 Tag später bricht die Batterie von 22% auf 0% zusammen
  • D     26.9.2016: Batterien Bad ausgetauscht; ein Batterietester zeigt die alten Batterien an der Grenze zwischen grün und gelb
  • E     3.10.2017: Küche von 15% auf 0% abgesackt, Batterie einen Tag später ausgetauscht
    Wohnen von 61% auf 18% abgesackt, nach erneuter "Installation" des Thermostaten Erholung auf 33%.
  • F     10.10.2017: Batterien im Wohnzimmer von 33% auf 0% abgesackt, ausgetauscht
    Schlafen tut es wohl auch nicht mehr lange (derzeit 13%)
  • G     17.10.2017: Batterien im Schlafzimmer bei Stand 11% vorsorglich ausgetauscht: Bin nun 3 Wochen ausser Haus und möchte nicht in eine eiskalte Wohnung zurück kommen. Die anderen Batterien liegen noch bei 90%. Sollte für 3 Wochen reichen, denke ich.
  • H     Und werde enttäuscht, während ich weg bin, bricht die Batterie im Bad von 84% auf einen einstelligen Wert zusammen, erholt sich aber nochmal auf etwa 10%. Ein merkwürdiges Phänomen, das ich aber Wochen später im Wohnzimmer ähnlich sehe und dort erklären kann (siehe M).
  • I     Kurze Zeit später ist die Batterie im Schlafzimmer am Ende. Von 100% auf 0%? Ich vermute hier einen Kommunikations-Aussetzer. Das waren die zuletzt erneuerten Batterien!
  • J     Auch in der Küche ist bei etwa 86% Schluss und es werden 0% gemeldet
  • K     11.11.2017: Aus 3000km Entfernung die Heizung vom Sparmodus auf heizen gestellt. Soweit das noch geht. Das Wohnzimmer reagiert noch (die Batteriekapazität bricht aber zusammen), im Bad wird es glücklicherweise auch warm. Daheim angekommen tausche ich die Batterien im Bad gegen neue.
  • L     16.11.2017: Alle Thermostate werden mit K-Classic Alkaline, Haltbarkeit Dez. 2022 neu bestückt. Das ist der Test, inwiefern Billigbatterien (Hausmarke Kaufland) analog ihres Preises viel schlechter sind als Markenbatterien.
  • M     26.11.2017: Nur 10 Tage nach dem Einsetzen bricht die Batterie im Wohnzimmer ein. Allerdings gibt es eine Erklärung: der Thermostat geht ständig auf und zu. Es wirkt als würde er den Kalkschutz-Lauf in einer Endlosschleife wiederholen. Ich sitze telefonierend 2m entfernt und höre dem ein paar Minuten zu bevor ich eingreifen kann. Die Batterie geht bis auf 75% runter, erholt sich dann bis 82%. Danach ist hier fast 2 Monate lang Ruhe. So lange haben die Varta-Batterien NICHT durchgehalten!!!
  • N     6.12.2017: In der Küche der nächste Einbruch. Ob hier etwas ähnliches passiert ist wie vorher im Wohnzimmer? Ich bin nicht da als es passiert und kann nur spekulieren.
  • O     19.12.2017: Im Bad bricht die Batterie bei 85% ein. Hier wiederholt sich ziemlich exakt, was vorher auch mit den Markenbatterien passiert ist. Auch die Durchhaltedauer ist ähnlich, die Billigbatterien haben sogar ein paar Tage länger durchgehalten.
    Ich habe auf die Unzuverlässigkeit der Comet-Z keine Lust mehr. Und suche nach Ersatz.
  • P     26.12.2017: Kurz vor Weihnachten kam das Probeexemplar an, nun finde ich Zeit, es am wichtigsten Ventil - im Bad - anzubringen. Selbst am 11.2.2018 ist die Batterieanzeige noch bei 100%. Und das trotz Echtzeit-Steuerung (FLiRS). Die auch tatsächlich funktioniert!
  • Q     Mitte/Ende Januar: Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer werden instabil. Die Funktion lässt sich jeweils mit einer "Neuinstallation" (ergo einem Adaptionslauf am Thermostaten) wieder herstellen. Es nervt aber. Küche bekommt nochmal neue Batterien.
  • R     Das Schlafzimmer bekommt nochmal neue Batterien.
  • Der Beschluss fällt: die verbliebenen 3 Comet-Z werden gegen das Nachfolgemodell "Spirit Z-Wave Plus" ausgetauscht.